Ohne Fundament kein stabiles (Social Media) Haus

Nicht gleich losrennen

Oder wie hat Mama immer gesagt: Erst nachdenken, dann reden!

Es werden so viele alte “Weisheiten” in Zusammenhang mit Social Media verwendet, dass es vielfach recht abgedroschen wirkt. Allerdings sind die Anleihen aus dem täglichen Miteinander bzw der familiären Erziehung – auch für Unternehmen – durchaus sinnvoll. Aber auch wenn es erst einmal so aussieht, als wenn ”Social Media nichts wirklich Neues” ist:

Wer bisher Kommunikation nach “Standard” praktiziert hat, der ist nicht zwingend auf das, was da kommt bzw bereits gekommen ist, vorbereitet. Und es sind bestimmte Fakten, die hier der Klassik in Kommunikation und Marketing echte Herausforderungen in den Weg rollen:

    • Plattformen – von wenigen zu (unübersehbar) vielen
    • Hebel – von fester Zuhörer-/Leserschaft zu dem Potential zu viraler Verbreitung
    • Wirkungsweise – von der Frontalbeschallung zur mehrwertigen Teilhabe
    • (Reaktions-)Geschwindigkeit – von Tagen zu Minuten
    • uvm.

Daber besser drauf vorbereitet sein.

Der Umstieg in der Kommunikation ist aber viel gravierender, als es auf den ersten Schritt aussieht. Man könnte fast meinen, dass die Möglichkeiten von Social Media die Kommunikation allgemein auf einen zwischenmenschlichen Dialog runterholen will. Social Media bringt die Menschen auf Du&Du mit Firmen, Behörden & Co.

Die klassische Kommunikation hat hier ein paar Schwierigkeiten. Wie muss man das Kommunikationskonzept anpassen, wenn man als Unternehmen:

    • statt Frontbeschallung in den Dialog einsteigen muss
    • statt Briefkontakt  und Gespräch im Besprechungszimmer sich in der Offenheit bewegen muss
    • trockene Pressemitteilungen einem menschlichen Ton weichen müssen
    • auf eigenen Plattformen “Bühnen” für Kunden, Besucher geschaffen werden müssen
    • uvm.

Also was braucht es vor einem Start in Social Media?

Ein solides Fundament ist der erste Schritt zum Erfolg

Es ist nicht der richtige Einstieg “mal eben schnell” eine Facebook Seite einzurichten. Es braucht ein paar kleine Gedanken im Vorfeld. Legen Sie vor dem Haus, das Fundament zu Ihrem Social Media Erfolg!

Kein stabiles Haus ohne ausreichendes Fundament.

Kein stabiles Haus ohne ausreichendes Fundament.

Was soll mit dem Social Media Eintritt erreicht werden?

Es sollte nicht die zentrale Motivation sein: “Mal eben eine Facebook Seite einzurichten”. Die Frage sollte vorher sein: Welchem Ziel dient der Einstieg?

  • Soll die eigene Marke bekannter gemacht werden?
  • Sollen Neukunden gefunden werden?
  • Dient es der defensiven Belegung von Seiten?
  • Soll ein Kontaktkanal geöffnet werden?
  • uvm.

Dieses ist vor jedweder Aktivität zu klären und alle Maßnahmen sind auf dieser Basis zu konzipieren.

Welche Diskussionen finden in Social Media über die Organisation statt?

‘Zuhören können’ ist mit die wichtigste Fähigkeit rund um Social Media. Ein gutes Monitoring liefert die Inhalt aus den Weiten des Web. Für den Anfang braucht es nicht zwingend ein Highend Tool wie Buzzrank oder Brandwatch. Eine fest eingerichtete Google Suche liefert – für den Anfang – regelmäßig Infos zu neuen Beiträgen. Diese sollten durchgesehen werden nach Statement und Fragen zu und vielleicht an die eigene Firma. Vielleicht kommen dabei sogar “überraschende” Sachverhalte an das Tageslicht, die man bisher nicht auf dem Schirm hatte.

Die Auswahl der richtigen Suchbegriffe bedarf etwas Gehirnschmalz. Und die Liste ist regelmäßig zu überprüfen, ob ggfs. neue Begriffe hinzugekommen sind. Schließlich verändert sich auch Welt um das Unternehmen herum, aber auch die Firma selbst.

Ist die Organisation vorbereitet?

Nicht selbstverständlich ist davon auszugehen, dass die Mitarbeiter, die verschiedenen Abteilungen oder der Vorstand die Bedeutung von und das Verhalten in Richtung auf Social Media richtig einschätzen können. Daher sollte hierzu erstmal eine Information oder Schulung über das Thema aufklären.

Auch wenn das Wissen denn vorhanden ist, sollten Regeln für die Nutzung von Social Media (beruflich und privat) aufgestellt werden. Solche Guidelines bringen Klarheit für alle Beteiligten. Das ist gerade deshalb wichtig, weil viele Sachverhalte, die wir im Alltag als selbstverständlich hinnehmen, ihre Wirkung in Social Media nachhaltig verändern (bspw. ein mündliches Gespräch unter Freuden verändert sich im Social Web kolosal, wenn die Freunde Firmenvertreter und Kunden sind und das “Gespräch” jetzt für alle transparent im Netz steht).

Und unter anderem für die schnelle Reaktionszeit müssen die Prozesse geregelt werden: Wer antwortet wann?, Worauf soll reagiert werden? und Wie schnell muss die Antwort online sein. Achtung: Eine hausweit abgestimmte und juristisch korrekte Antwort, die gleichzeitig gut zu lesen ist. Das ist wirklich eine Herausforderung.

Liegen die notwendigen Kapazitäten vor?

Für Social Media muss ausreichend Manpower und Budget vorliegen.

Social Media muss nicht nur “getan” werden, sondern Konzeption und gerade die inhouse Abstimmungen fordern nicht unerheblich Zeit und Einsatz. Insbesondere wenn das Verständnis für das neue Medium noch nicht bei jedem im Haus angekommen ist – auch wenn man mit Schulungen hier sicherlich einiges ebnen kann. Über die notwendigen Kapazitäten gibt es im Internet zahlreiche Aufstellungen, die einen guten Ansatz für eine Berechnung bieten. Und es sind Skills notwendig. Es mag überraschen, aber nicht jeder, der einen Facebook Account hat, kann Social Media. Und diese Fähigkeiten gibt es am Markt auch nicht für kleines Geld …

Und: Social Media ist nicht umsonst. Gerade Facebook fordert mehr und mehr Aufmerksamkeit in Form von Ad-Budgets. Ohne laufende Schaltung geht für Unternehmen auf Zuckerbergs Spielwiese bald nix mehr. Aber auch Bilder, Apps und Aktionen brauchen das notwendige Funding. Dieses ist für einen erfolgreichen Einstieg einzuplanen.

Jetzt alles geregelt? Dann guten Start in Social Media