Barcamp – was ist denn das?

Konferenzen und Co. sind ein Muss

Einfach mal aus dem Büro oder von zuhause rauskommen und was Neues lernen, dass ist heute beruflich wie privat zwingend erforderlich. Konferenzen und Tagungen kennt jeder. Und teilweise sind diese hilfreich und interessant. Aber es gibt auch andere.

Da sind die endlosen, deren Programmpunkte sich – trotz vielversprechender Titel – wie eine Endlos-Schleife durch das Raumzeit-Kontinuum ziehen. Oder diejenigen, wo die Dozenten Ihren Stoff bei den aufmerksamen Zuhörern “lieblos abladen”, den Inhalt halb verdaut den hungernden Informationssuchenden serviert oder diese “intellektuell druckbetanken”.

Schlimmer noch als die “Nur-Schlimmen” sind da diejenigen, die schwanken zwischen 1.Klasse und Katastrophe. Man fährt inhaltlich und emotional Achterbahn. Aber eines ist man nicht: glücklich! Und am Ende hat man dann noch einen drei- oder vierstelligen Betrag für dieses Erlebnis bezahlt. Also mal was anderes ver- resp. besuchen?

Wie wäre es mit einem Barcamp?

Doch was ist ein Barcamp?

Eine alternative Form der Veranstaltung ist ein Barcamp. Die Bezeichnung Nicht- oder No-Konferenz, die über Selbstorganisation “findet”. Kernfeature ist die ‘zunächst’ nicht vorhandene Agenda. Meist gibt es ein Titel oder ein Motto, dass die Themenfindung bzw. deren Sammlung erleichtert. Die Vorschlägen kommen aus dem Plenum, was bedeutet, dass die Besucher die Konferenz fast selber zusammensetzen. Der oder die Moderatorin bzw. ein Team von diesen ordnet die Vorschläge über spontane Befragungen zu einer sinnvollen Session Reihenfolge.

Beispiel einer Barcamp Agenda vom carpe diem camp 2014 in Hamburg.

Beispiel einer Barcamp Agenda vom carpe diem camp 2014 in Hamburg.

Die Sessions haben dabei keine fest Organisation. Der jeweilige Themen- resp. Sessionverantwortliche kann dabei entscheiden, wie er oder sie die Themen rüberbringen möchte. Dabei kann es Frontalbeschallung sein aber auch Gruppendiskussion, wo sich alle einbringen können. Es liegt natürlich immer noch ein hohes Gewicht auf den Referenten. Aber die Besucher haben über vielfältige Möglichkeiten sich zu beteiligen und einzugreifen. Dieses kann auch der spontane Wechsel zwischen den einzelnen Sessions sein.

Wie bei der Schedule Findung ist auch der Teil der “öffentlichen Dokumentation” sowohl Aufgabe des Moderationsteams aber auch auch Ansporn zur aktiven Teilnahme der Besucher die Ergebnisse der Veranstaltung in ihren öffentlichen Kanälen über Blogs, Microblogs oder SocialMedia Plattformen digitales Gehör zu verschaffen. Ein Hashtag bietet sich in solchen Fällen an, damit alle Beiträge unter ein Platz- resp. Buchstaben-sparendes Kürzel zusammengefasst werden können. Dieses erleichtert auch das laufende Beobachten des Beitragsstroms über ein Tool wie Hootsuite oder andere. Über gute Dokumentationsbeiträge kommen dann auch Re-Tweets und ggfs. kleinere oder größere virale Effekte zustande, was wiederum der Veranstaltung dient und schon an sich ein tolles Ergebnis ist.

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Kern-Features eines Barcamps

  • Moderator/Moderatoren Team
  • Basisthema oder Motto kann hilfreich sein
  • Agenda/Session-Vorschläge kommen aus dem Plenum
  • Plenum stimmt über Agenda “mit den Füßen” ab
  • Alle sind auf Augenhöhe und können/sollen sich beteiligten
  • Beteiligung kann heißen Vortrag aber auch Küchendienst
  • Ein Ergebnis kann erreicht werden: muss es aber nicht
  • Dokumentation ist öffentlich – schön wäre deren Erstellung im Laufe der Sessions
  • SocialMedia ist häufiges Mittel der Informationverbreitung
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Praxisbericht vom Carpediemcamp 2014 in Hamburg (#cdc14)

Die Veranstaltung war gut im Internet angekündigt und fand zahlreichen Anklang in Social Media Kanälen. Hier war auch schon ersichtlich, welche Teilnehmer wohl dabei würden. Für mich war es bereits wegen mancher Teilnehmer ausreichend Motivation, mich auf dem #cdc14 anzumelden.

Das Moderatoren-Team rief die Teilnehmer bspw. vor dem Start auf, sich z.B. in Sachen Verpflegung zu beteiligen. Dieses nutzen alle reichlich und das Buffet platze aus allen Nähten. So kann man gerne ein Barcamp verleben.

Die Themen fanden sich im Plenum schnell und auch eine sinnvolle Reihenfolge war ebenso flink zusammengestellt. Dabei gaben Handzeichen schnell einen Einblick, ob ein kleiner oder ein großer Raum für diesen Programmpunkt notwendig sein würde. Die Teilnehmer brachten eine Ansammlung an abwechslungsreichen Themen zusammen und es gab viele Möglichkeiten sich in den Session zu beteiligen. So gesehen ein Erfolg an dem alle teilhatten.

Fazit

Ich gehe nicht nur wieder auf ein Barcamp, sondern auch das Carpediemcamp hat es mir angetan.

 

PS: Habe den Beitrag mit auf der Blog-Parade zum Nutzen von Barcamps eingereicht. #ccbc14