Wenn das Leben dazwischen kommt

Da bin ich wieder

Nun ist es tatsächlich bereits ein Jahr her, dass ich das letzte Mal in meinem Blog geschrieben habe. Und dabei macht es mir großen Spaß hier zu schreiben. Ich liebe das Formulieren, das Ausleben von Ideen und die Kreativität, die wächst, wenn man ihr freien Raum gibt. Also warum dann so eine Pause? Zuerst sollte es nur eine kleine Auszeit werden. Zumindest hier, aber ich war ja noch auf anderen Kanälen unterwegs. Doch das uferte wie eine große Leere aus. So kam es, dass ich komplett abstinent war die letzten Monate. Die Gründe sind vielfältig und trafen mich aber an einem Punkt: Der Möglichkeit, mich auf mich zu fokussieren.

Endlich ist wieder #rp18 in Berlin

Endlich ist wieder #rp18 in Berlin

Vor zwei Tagen startete ich mit meiner sechsten re:publica und ich habe mich sehr darauf gefreut, meine Akkus in Berlin wieder aufzuladen.

Warum ich weg war

Kurz möchte ich Euch die Gründe nahe legen: Es sind folgende:

Familie

Bei allem Reden über das digitale Leben muss man eines doch beachten. Alle Thema konkurrieren um ein rares Gut: Begrenzte Lebenszeit. Und selbst, wenn man brennt und vor Ideen platzt, so stehen jedem von uns nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Da kann man zwar am Schlaf, Smalltalk, Chillen oder anderen Dingen kürzen, doch der gesamte Rahmen bleibt. 24 Stunden und aus!

Wer Kinder hat, weiss, dass die Kinder – nicht nur in der heutigen Welt – aktive Beteiligung der Eltern, vielleicht nicht immer wünschen, aber dennoch brauchen. So sollte die Aufgabe dann auch erst genommen werden, wenn man sich bewußt für Kinder entschieden hat und diesen Task auch absolvieren will. Und ich musste feststellen, dass die aktuelle Lebensphase meiner kleinen Helden dann auch mein Engagement abrief und ich wollte diesem Ruf folgen. Doch die Abbuchung bei meinem Zeitkonto war größer als erwartet. Nicht dass ich es bereue. Ich will das … aber Zeit- (und Energie-)Abbuchung reduzierten die persönliche Akku Ladung, die mir für meinen Digitalkram zur Verfügung stand.

Gesundheit

Es ist bekanntlich nix ohne Gesundheit. Ein Spruch, den man leichtfertig oder auch ernstgemeinter auf Geburtstagskarten hinterläßt. Bei mir waren es eine Bronchitis und eine Bandscheibe, die mir in den letzten zwei Jahren mehr als deutlich zeigten, dass man in Sachen “Aufmerksamkeit” auch das eigene Corpus delicti nicht als Selbstgänger betrachten darf. Naja, von selber kommt die eigene Fitness und Gesundheit eben – mit 48 – nicht. zwingend. Wahrscheinlich auch vorher nicht, aber Neuwagen bedürfen wohl auch weniger Pflege und laufen trotzdem. Und dieser hier kurvt seit ’69 über die Straßen.

Ultraschall, Röntgen oder MRT als Tech Themen bezeichnen, aber dem Untersuchten vergeht bei so viel Durchleuchtung dann auch mal das Lachen. Einen Laptop darf man ohnehin nicht mit ins MRT nehmen und sollte es auch nicht. Man könnte natürlich im Wartezimmer seinen Blog pflegen. Aber mal ehrlich … nein, das ist nicht meine Komfortzone, wo die geistigen Ergüsse frei fließen können.

Dazu kommt, dass auch Sport Zeit beansprucht und die volle Konzentration will. Aber nicht nur die Konzentration, sondern es zählt die Konsequenz. Und da sind wir wieder … bei Zeit. Sport hinterlässt im persönlichen Redaktionsplan einfach weiße Flecken. Auf dem Crosstrainer oder beim Flossenschwimmen lassen sich nunmal keine Artikel schreiben … Ideen ja, aber die müßten dann ja noch zu Laptop gebracht werden. Ein Problem.

Jetzt aber mit dem Mimimimimi aufgehört. Es geht hier mir nur um die Zeit. Das Thema Gesundheit gehört jedem eigenverantwortlich und es ist nicht zum Nulltarif zu haben – auch nicht zum zeitlichen.

Zu viele Kanäle

In den letzten Jahren ging meine Zahl der hauptsächlich gepflegten Medien deutlich nach oben. Es gab Blogger Freunde, die mich davor gewarnt haben. Aber manche Fehler muss man halt selber machen. Zwei eigene Blogs plus eine Gastplatzierung sind bei schmelzendem Zeitkontingent einfach zu viel. Ich diffundierte in den letzten Monaten immer mehr in eine Immigration ins Analoge … Ich bedauere, dass ich Kontakte schleifen ließ und Unterhaltungen nicht fortsetze, obwohl sie mir “eigentlich” wichtig waren und es noch sind. Ich hoffe, ich kann da manche Fäden wieder aufnehmen in den nächsten Monaten.

Dazu werde ich auch meine Kanäle konsolidieren … was aber auch wieder Zeit kosten wird. Es ist aber auch ein Dilemma. Drückt mal die Daumen, dass alles glatt läuft.

Auch in Social Media hat sich diese Bremsspur sichtbar bzw. “nicht mehr sichtbar” ausgewirkt. Letzteres hatte zwar auch andere Gründe, aber davon würde ich gerne in einem anderen Artikel schreiben.

Projekte

Nehmen wir mal die beruflichen, nebenberuflichen und privaten Projekte. Dann freut man sich natürlich, wenn es läuft und man neue Themen anreißen kann. Aber die Themen wollen auch beackert und “erledigt” werden. Ob es ein Migrationsprojekt, eine Vortragsreihe oder ein Carport ist. Schön, wenn etwas Neues entsteht, aber die meisten Themen nehmen auch ein ordentliches Stück vom Zeitkuchen. Und die Sachen sind auch alle großartig und machen Spaß.

Gerade auch meine “On-Stage” Vorträge als NPapendorf Consulting sind wirklich erfüllend. Wahrscheinlich eine Nachwirkung meiner mehrjährigen Kabarett Aktivitäten als Teil der ZersÄtzer. Wahrscheinlich bin ich – und beliebe es – eine “Rampensau” und muss auf die Bühne. Doch wenn da auch so viel Herzblut hinein fließt und ich die Zeit gerne investiert, dann steht sie eben für andere Sachen nicht zur Verfügung. Es ist aber auch ein Dilemma.

Fazit

Ich bin jetzt an dem Punkt, dass ich um mein Thema weiß und es nun angehe(n kann). Eigentlich eine klassische Postkorb Übung. Doch im Alltag vergisst man das manchmal. Ich würde mich freuen, wenn Ihr meine Artikel nach wie vor gerne lest. Es wird wieder mehr. Versprochen.

Aber jetzt werde ich die letzten Stunden der re:publica nutzen, meine Digital-Akkus aufzuladen. Bis bald!