Bart ist ab, doch was hat der Movember gebracht?

Geschichte eines Novembers 2014

Dieses Mal wollte ich unbedingt dabei sein: Movember – eine gute Aktion für das Thema Männergesundheit. Die Hauptziele sind zum einen die Bewusstmachung des Themas über das Männer sich nicht gerne Gedanken machen und noch weniger gern darüber sprechen. Zum anderen geht es darum Spenden einzusammeln. Dabei geht es um zwei wirklich sensible Themen:

  • Prostatakrebs
  • Hodenkrebs

Also Krankheiten wo sich – vermutlich nicht nur – beim Mann schon vom Hören alles zusammenzieht! Doch Schweigen hilft leider nicht. Das Pfeifen im Wald hat noch keinen Krebs geheilt. Weder die beiden Vorgenannten, noch sonstige Arten dieser unangenehmen Krankheit. Hier braucht es entschlossenes Handeln in der Forschung, aber auch die Erkenntnis, dass nur die eigene Vorsorge einem letztendlich Gewissheit gibt.

Bei Spendenaktionen ist auch die Auswahl der begünstigten Organisationen zu beachten, um das Geld für den guten Zweck nicht bei irgendwelchen Kraut-und-Rüben Vereinen zu versenken. In Deutschland arbeitet die Movember Stiftung mit dem Bundesverband Prostata-Selbsthilfe (Prostatakrebs) zusammen und international fördert die Movember Stiftung die Vernetzung von Forschern, die sich der Bekämpfung von Hodenkrebs verschrieben haben.

Und die Aktivitäten der Teilnehmer werden international unter der Plattform www.movember.com gebündelt. Hier müssen sich alle Teilnehmer registrieren lassen und dort werden auch die Spenden eingesammelt. Verknüpfungen mit Facebook und Twitter lassen eine schnelle Kommunikation zu. Eine wirklich professionelle Aufstellung weltweit!

Doch wie ist es bei mir gelaufen?

Mein persönlicher Movember

Als Startpunkt ist die persönliche Entscheidung unabdingbar, eine Fläche im Gesicht nicht mehr der regelmäßigen Rasur zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der – zumindest in den ersten Tagen – erhöhten Stachlichkeit empfiehlt sich das Einverständnis des Partners. Dieses gab mir meine Frau ohne Zögern – aber mit dem Augenaufschlag “Und wieder so ein verrücktes Internet Ding”. Also für 30 Tage den Rasierer im gebremsten Einsatz:

012

Als nächstes gehört die Anmeldung auf dem Movember Portal dazu. Die war schnell und problemlos möglich und damit stand dann die URL für die eigene MoSpace Seite fest http://mobro.co/nilspapendorf, die dann Ziel der weiteren Kommunikation war. Denn nur über die offizielle Seiten waren auch die Spenden abzuwickeln. Und nur so konnten die Senden meinen Aktivitäten im Movember zugeordnet werden. Hier findet sich auch mein Endergebnis nach 30 Tagen Bartwuchs:

Meine Seite zum Movember 2014

Meine Seite zum Movember 2014

Aber wie habe ich auf die Aktion aufmerksam gemacht? Dieses lief bei mir über zwei Wege:

  • Online
    • Blog Bericht (inkl. Vine Filmchen)
    • Vine Filmchen
    • Tägliches Foto auf Instagram
      • Die unregelmäßigen Lichtverhätnisse nach der Rasur erzwangen eine Nachbearbeitung!
    • Regelmäßiges Posting auf Facebook
    • Regelmäßiges Posting auf Twitter
  • Offline
    • Wahl des (für Deutschland) auffälligen Bartmodells “The Trucker”
      • Dieses forderte Reaktionen meiner Mitmenschen erfolgreich heraus
    • Kleine Visitenkarte mit der MoSpace URL und einer kleinen Info zum Movember
      • Übergabe fast ausschließlich bei Ansprache auf meinen Bart mit mündlicher Erklärung

Aber wo stehe ich am Ende der Aktion? Kann ich damit zufrieden sein oder gehört der Bart beim nächsten Movember einfach abrasiert? Bart dran oder besser ab?

Wie sieht das Fazit zum Movember aus?

Wie sieht das Fazit zum Movember aus?

Oder ist das Fazit zweigeteilt?

Mein persönliches Fazit

Mit meiner Bartwahl war ich recht zufrieden: Wenn schon auffallen, dann wenigstens richtig. Zwar habe ich nach 30 Tagen den Silberrücken dann auch im Gesicht zur Schau getragen, doch das ist mit 45 halt so. Und schrödern wollte ich den Bart dann für 30 Tage wirklich nicht – hätte ja auch nicht zum Restkopf gepasst!

106

In den ersten Tagen habe ich einen gewissen Blutzoll zahlen müssen, da ich das “um irgendwas herum rasieren” wirklich nicht gewöhnt bin. Aber das hat sich rasch gegeben. Vermutlich musste ich nur meinen Rasierschwung anpassen. In der letzten Woche kam dann noch der Langhaarschneider dazu … am unteren Ende des Gesichts ebenfalls eine neue Erfahrung.

Was meine Kommunikation betraf, hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, dass das “daily early Bird Post-Rasur Foto” auf Instagram frisch aus dem Badezimmer ein klein wenig zuviel sei. Aber meine Community war sehr tapfer und gab mir keine negative Rückmeldung dazu. Auf Twitter hatte ich ein, zwei fast trolligen Posts von Movember Ablehnern, aber das ist wohl bei großen Aktionen immer so.

Was ich persönlich sehr klasse fand, war die Rückmeldung aus der Community, als ich einen kleinen “Motivations-Hänger” hatte. Nach dem frühen Einsammeln einiger Spenden zum Start kam im zweiten Drittel meines Movembers nix mehr und ich schob ein klein wenig Frust. Direkt nach dem Frust-Post landete eine Spende in meinen MoSpace, was mich echt wieder aufgerichtet hat. Danke dafür!

Deutschland belegt mit über 356.000 Euro gesammelten Spenden im Nationenvergleich Platz 13. Da der Movember bei uns ja noch recht unbekannt ist, ohne Zweifel ein gutes Ergebnis. Und bei den pro Personen eingesammelten Spenden stehen den Top 3 in Deutschland mit 6.444 Euro, 2.221 Euro und 1.800 Euro auf der anderen Seite unzählige Teilnehmer mit keinen oder nur sehr kleinen Spenden gegenüber. Aber was zählt ist letztendlich die Gesamtsumme für den guten Zweck und die erreichte Aufmerksamkeit für das Thema “Männergesundheit”.

Mit meiner – natürlich (außer für die eigene Motivation) völlig unwichtigen – Platzierung bin ich sehr zufrieden:

  • Platz 425
    • von 10.854 deutschen Teilnehmern
  • 110 Euro gesammelte Spenden
    • inkl. 25 Euro eigener Spende
    • 100 Euro Schwelle geknackt

Von daher würde ich sagen: Mein eigener Movember ist ein Erfolg. Aber es war auch schon Arbeit, um das Ziel zu erreichen. Danke allen meinen Spendern und meiner Community, die meine zahlreichen #Movember Posts ausschließlich mit unterstützenden Beiträgen kommentiert hat. Ein tolles Erlebnis und ich freue mich dabei gewesen zu sein.

Aber ob ich das nächste Mal dabei bin? Schauen wir mal!