Da muss man dann mal durch

Es kann nicht alles immer glatt laufen

Auch wenn sich jeder in Social Media wie beim Wetter eher Sonnenschein wünschen mag, ist die Wirklichkeit im Alltag durchaus mal von durchziehenden Schauern oder wochenlanger Trockenheit geprägt. Das mag durchaus eine komische Methapher für besondere Vorkommnisse in Social Media sein, trifft jedoch die Wahrheit. Und hier zeigt sich auch die Herausforderung mit dem eigenen Agieren in Sozialen Netzwerken. Es muss zum einen auf Dauer angelegt sein und zum anderen auf wechselnde Wetterlagen in den Kanälen. Egal ob gerade der Shitstorm durchzieht oder die sengende Trockenheit fehlender Inhalte die laufende Kommunikation beeinträchtigt, das Team an den Stellhebeln der Plattformen muss sich dem stellen und kann, ja darf dem nicht ausweichen.

Dann eben die Social Media Gummi Stiefel an und den inneren “Friesennerz” angezogen und raus in den Schauer!

Egal ob Shitstorm, anderweitige Mainstream Themen oder nur Saure-Gurkenzeit. Dann muss man da eben durch.

Egal ob Shitstorm, anderweitige Mainstream Themen oder nur Saure-Gurkenzeit. Dann muss man da eben durch.

Nun wird sich zeigen, wie stark die Aufstellung des Social Media Teams wirklich ist und ob die Führungskräfte resp. Entscheider das Team stürzen – wenn es gerade mal keine neuen Like Höhen zu feiern gibt und das Engagement der “Freunde” und “Fans” etwas befremdliche Züge annimmt. Denn eines muss klar sein, um souverän bestehen zu können, müssen folgende Punkte von Anfang an feststehen:

  • Ein Plan, wie bei welcher Wetterlege zu reagieren ist
  • Genügend Ressourcen – in Form von Personal (mit Know how) und Budget
  • Die richtige innerliche Aufstellung

Dieses braucht zuerst einmal ein Verständnis für die Notwendigkeit und im zweiten Schritt auch den Willen durch jede Wetterlage zu kommen.

Doch wie wappnet man sich gegen schlechtes Wetter?

Vorbereitung – auch innerlich

Die genau Planung von Situation X ist wahrscheinlich ebenso unmöglich, wie diese im Detail vorauszuahnen ist. Doch ein paar Eckwerte lassen sich ohne Zweifel festmachen.

Im Rahmen der Erstaufstellung sollten die “besonderen” Zeiten besprochen und Rollen & Aufgaben in der jeweiligen Situation vergeben werden. Das wird wahrscheinlich keinen Spaß machen, doch ist für den laufenden Betrieb unabdingbar. Was wäre dann also zu tun? Nachfolgend eine kleine Liste – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Regenschauer

Wenn es schlecht läuft im Alltag, dann kann das viele unterschiedliche Gründe haben. Ursachen können Preiserhöhungen oder schlechte PR sein. Dann sollte das Team sich nicht entmutigen lassen und die Situation aus Sicht des Unternehmens erklären. Dabei immer offen, ehrlich und transparent kommunizieren. Dabei sollte auf jeden Fall Verständnis für Mißfallen und Betroffenheit eingebaut werden, doch Entscheidungen sind gleichzeitig durchzuhalten und es darf nicht rumgeeiert werden.

Dann werden sich die Situationen auch wieder klären.

Sturm

Über die konkrete Windstärke möchte ich hier nicht philosophieren. Es gibt verschiedene Einwertungen, wie sich verschiedene Arten des schmutzigen Sturms denn konkret äußern. Aber letztendlich ist das fast eine akademische Diskussion. Denn wie in der Meteorologie ist auch in Social Media die gefühlte Windstärke mit entscheidend. Ein schlecht vorbereitetes Team mag sich auch bei einer Mütze voll Wind urplötzlich sehr schlecht fühlen. Und der Teamspirit und die innere Souveränität sind durchaus Faktoren, welche die Fähigkeit eine solche Situation abzuwettern positiv bzw. negativ beeinflussen können.

Bis zu einem gewissen Grad ist ein Sturm nicht zu beeinflussen. Da heißt es dann wohl eher “Schotten dicht” und “Kurs halten”. Es ist in diesem Fall ohnehin kaum möglich auf jeden Kommentar zu reagieren. Doch es sollte auf jeden Fall die Übersicht behalten werden:

  • Aus welches Richtung weht der Wind?
    • Wer sind die Treiber der Diskussion?
    • Was sind die Hauptpunkte?
  • Kursänderungen hilfreich?
    • Welche Kritikpunkte kann ich positiv beeinflussen?
    • Wo könnte Kulanz Entlastung bringen?
  • Leuchtrakete oder Nebelhorn?
    • Wer kann mir helfen?
    • Wo ist Unterstützung erreichbar?

Für den guten Spirit ist festzuhalten, dass auch der schlimmste Sturm irgendwann vorbei gehen wird. Nicht jeder Mast wird unter Umständen gehalten werden können. Aber seht nur zu, dass er Euch nicht trifft. Aber das Schiff hinterher noch schwimmen. Dazu muss das Team den Spirit hochgehalten werden.

Trockenheit/Dürre

Im Gegensatz zum Regen bedeutet die inhaltliche Dürre eine Leere, die aus dem Inneren wie Äußeren kommen kann. Entweder die eigenen Inhalte fehlen oder die Community reagiert nicht mehr darauf. Schweigen kann da auch viel grausamer sein, als fehlende eigenen Themen. Ein gutes Social Media Team sollte über die Fähigkeit (und Berechtigung) verfügen, eigene Inhalte zu generieren. Über Methoden dazu habe ich an anderer Stelle schon gesprochen. Dieses ist zu kultivieren und sollte auch in Zeiten von inhaltlichem Überfluss sorfältig kultiviert werden. Diese mentale Offenheit und Kreativität ist wie ein Muskel, der auch trainiert werden muss.

Die Taktung muss nicht dieselbe sein, wie in normalen Zeiten. Doch eine – wie auch immer geartete – Regelmäßigkeit sollte beibehalten werden.

Fazit

Natürlich möchte niemand über diese Dinge sprechen. Denn eigentlich soll es ja eine schöne Zeit auf den sozialen Plattformen werden. Doch wer seinen Auftritt sorgfältig plant, der weiss, dass er diese Punkte klären muss.

Also rechtzeitig an den Schirm denken.