Du kommst hier nicht rein

Es sind nicht alle Bereiche frei

Das World Wide Web klingt nach einer großen freien und glücklichen Welt. Doch ist es das wirklich so. Nein, denn es gibt verschiedene Arten von Grenzzäunen, die Bereiche abgrenzen und nicht berechtigte Personen ausschließen. Die abgeschlossenen Bereich sind in verschiedene Arten zu unterteilen. Meine Top 3 sind:

  • Der Log In Bereich für Mitglieder
  • Die Paywall für Newsanbietern
  • Die Der Grenzzaun für User mit AdBlockern

Die drei sind unterschiedlich aber im Endergebnis sind es Eingangskontrollen. Und wer die notwendigen Kriterien nicht erfüllt, bei dem heißt es: Du kommst hier nicht rein!

Die Chance und das Risiko von geschlossenen Bereichen.

Die Chance und das Risiko von geschlossenen Bereichen.

Doch wie unterscheiden sich die drei und wofür werden sie eingesetzt?

Persönlicher Bereich

Hier finden sich Online Banking aber auch die geschlossenen Bereich von Telekom-Anbietern sowie Energieversorgern. Und eigentlich gehören auch E-Mail-Programme dazu. Jeder hat seine Zugangsdaten – wenn er denn berechtigt ist – und kann auf Daten zugreifen, die ihm gehören. Das können Leistungsdaten wie Kontobewegungen oder verbrauchte Datenvolumen sein.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass man die persönliche Grenze für Familie und Freunde öffnet. dann gibt es immer noch die Hürde des LogIns, aber die Daten stehen allen Berechtigten zur Verfügung. Dann können zum Beispiel auf einen Kalender alle Berechtigten zugreifen. Gut für gemeinsame Planungen.

Digitale Mautstelle

Die Paywall ist eigentlich nur eine Spielart des persönlichen Bereichs. Hier berechtigt der LogIn zum Zugriff auf besondere Leistungen. Vorrangig sind hier die Angebote von Zeitungsverlagen zu nennen. Bestimmte Teile des Newsangebotes sind nur noch mit den Zugangsdaten zu erreichen. Um neugierig zu machen, werden Artikel angerissen … aber für den ganzen Artikel sind aber noch Zugangsdaten analog zu einem Abo einzugeben. Also ist dieser “persönliche Bereich” nicht hart in der Navigation verortet (rechts ja, links nein), sondern die Grenze zieht sich einmal quer durch den Content.

Es ist dabei zu unterscheiden vom Kauf von Einzelartikeln via Micropayment. Diese sind – wie Micro – schon vermuten lässt auf kleinste Bereiche sprich nur einen Artikel begrenzt. Somit eigentlich kein “Bereich”, sondern nur eine Zugangsberechtigung.

Ausschluss aufgrund Undank

Die neuste Spielart ist quasi eine Ausgrenzung von groben Fehlverhalten. Erste Verlage schließen Nutzer von Adblockern vom Besuch ihrer Seiten aus. Zugegeben die Verlage und viele andere Portale brauchen die Werbeeinnahmen der Bannerschaltungen. Und wer die Banner nicht nur nicht klicken, sondern gar nicht erst ausgespielt bekommen möchte und dieses via Adblocker verhindert, dem wird der Zugang zur Webseite … auch den eigentlich freien Bereichen verwehrt. Naja, dass mag man komisch finden, ist aber durchaus legitim. Schauen wir mal, ob es sich durchsetzt.

Fazit

Jede Art von Abgrenzung hat seine Berechtigung. Und kann individuell je nach Konzept und Zielgruppe eingesetzt werden. Aus meiner Sicht sind die Sicherungsmaßnahmen für die persönlichen Daten am wichtigsten. Hier sollte aber eine gewisse Leistung auch hinter einer wuchtigen Grenze stehen. Wenn nur der aktuelle Wasserverbrauch oder die persönlichen Daten dahinter sind, dann wirkt das schon komisch, da der Aufwand (sich alleine für die einmal jährliche Nutzung) sich die Zugangsdaten zu merken beinahe nicht lohnt.

Ansonsten ist die Frage, ob Leistungen nun zwingend in großen Paketen gekauft werden müssen. Oder ob sich hier nicht “einfaches” Micropayment fairer wäre. Aber das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich noch finden müssen.

Man muss ja nicht überall rein.