Ende in Sicht?

Alles hat ein Ende

Man soll es nicht glauben, aber auch im Digitalen geht es irgendwann mal zu Ende. Nicht jedes Netzwerk, jede Anwendung, jede App. schafft es dauerhaft zu überleben. Zwar schieben die Tech Unternehmen in regelmäßigen Abständen neue Themen und Funktionen an die Rampe, doch die Aufmerksamkeit der User ist verständlicherweise endlich. Und da die gegenseitigen Übernahmen in der Branche die Zahl der Anbieter nicht nachhaltig verändern kann, muss es eine Zahl an Zurückgelassenen geben. Eine Gruppe von Anwendungen, denen die Nutzer den Rücken kehren.

Was tun, wenn meine Plattform betroffen ist?

Wenn mir selber keine super attraktive Idee kommen will, dann sollte es Basis des eigenen Handelns sein, eine Analyse durchzuführen:

  • welche Kerninhalte/-anwendungen die User attraktiv finden
  • welche zzt. attraktive Leistung von Mitbewerbern diese Punkte positiv ergänzen (könnten)

Vorsicht vor einer Fokussierung auf Kostentreibern. Diese könnten auch verursacht werden von den (letzten) Kernfeatures, die noch sehr aktiv genutzt werden. Wegschneiden wäre somit die Amputation des Haupttriebes. Hier wäre eher Hege und Pflege gefragt. Und die Umsetzung von neuen Impulsen, die dazu passen. Laufende Messung sollten dann eine Aussage ermöglichen, ob die Modifikation der Strategie fruchtet.

Dann muss es nicht auf ein Ende herauslaufen.

Geht noch ne Kurve oder was bleiben für Alternativen?

Geht noch ne Kurve oder was bleiben für Alternativen?

Was tun, wenn ich die Plattform als Unternehmen nutze?

Ein Unternehmen sollte sein Portfolio an Spielfeldern, auf denen es tätig ist, regelmäßig betrachten und bewerten. Und im Internet, in Social Media und in Richtung auf die mobilen Applikationen wechseln die Trends häufig und es ist auf Jahre gesehen ein Kommen und ein Gehen. Hier auf sinkende Schiffe zu setzen, dürfte sich als Kraftvergeudung herausstellen. Doch hektische und kurzfristige Wechsel der eigenen Aktivitäten ähnelt eher der Nutzung von Weg-werf-Handys durch einen Kriminellen, der nicht gefunden werden möchte.

Das bedeutet im Fall von wechselnden Userströmen auch die Kommunikationsaktivitäten zurückbauen. Man kann die eigenen Aktivitäten langsam ausblenden. Doch bevor die eigene Präsenz auf der Plattform X verweist und als Ruine zurückbleibt:

“Der Letzte macht das Licht aus”

Sprich: Entweder Löschen der eigenen Präsenz oder bitte diese auf nicht sichtbar stellen. Besser noch, man geht es offensiv an und hängt eine Art Umzugsschild – zumindest für eine Weile – an die digitale Geschäftstür:

“Wir hatten viel Spaß hier, aber jetzt ist diese Seite nicht mehr aktiv. Sie finden uns jetzt auf der Plattform Y”

Das sollte die letzten User, die sich hier hin verirren, mitnehmen bzw. umleiten. Und es wirkt einfach professioneller als eine digitale Baracke mit vernagelten Fenstern. Die schadet nur der eigenen Reputation, wenn da mal Bilder von auftauchen.

In den Aufzeichnungen des Social Media Teams sollten die alten Plattformen aber weiter enthalten sein, denn man weiß ja nie, wohin der Trend mal schwenkt und außerdem sollten die eigenen Rechte (Namen etc.) gewahrt werden. Die Aufmerksamkeit und Sorgfalt (z.B. im Umgang mit Passworten und Kennungen) gehört an dieser Stelle zum guten Handwerkszeug. Bitte nicht nur auf die neuen Shootingstars konzentrieren, sondern auch auf das Vergangene.

Enden gehören zum (digitalen) Leben, gestaltet es aktiv.