Etwas eingefrorene Weichenstellung?

Digitalisierung läuft bereits

Es mag ja noch zahlreiche Nostalgiker geben, die den digitalen Wandel für einen Hype oder gar als nicht-relevant bewerten. Erscheint es doch so, dass die Prozesse auch bisher prima funktionieren.  Doch wird das auch für die Zukunft gelten?

Wenn man sich mal die Zahlen anschaut, dann sprechen bestimmte Indikatoren eine sehr, sehr deutliche Sprache:

  • Statt klassischen Handys werden Smartphones verwandt
  • Tablets bzw. Phablets werden Hauptdevice für Search und eCommerce
  • Mobile Suche wächst rasant zugunsten Desktop Suche
  • Social Media Kanäle sind bei der überwiegenden Zahl der Onliner Standard
  • SMS Nutzung bricht ein zugunsten von WhatApp und anderen Messenger Systemen
  • uvm.

Das zeigt, dass die Lebenswelten von Otto-Normal-Bürger sich bereits rasch digitalisieren bzw. schon haben. Denn die Nutzer gehen dahin, wo es komfortabel ist. Das zeigt sich nicht erst seit der rasant wachsenden Nutzung von Amazon, iTunes und Co. Aber auch kleine Start Ups schaffen es hier leicht eine neue Funktion z.B. via App in den mobilen Alleskönner einzubauen. Und “Schups” wird an anderer Stelle eine Leistung oder ein Produkt nicht mehr nachgefragt.

Dann besser rasch anfangen mit der eigenen Digitalisierung.

Digitalisierung macht Mühe

Die eigenen und meist langjährig erprobten Prozesse anzupassen, ist sicherlich mit Aufwand verbunden. Die Weichenstellung ist ja auch meist keine Schwarz-Weiß Entscheidung, sondern es geht um die Schaffung von neuen Produktions-, Kommunikations- und Absatzwegen UND deren harmonischer Verzahnung mit den bestehenden Kanälen. Die Frage ist wohl eher, ob die Weiche(nsteller) nicht eingerostet bzw. gefroren ist (bzw. sind).

Hoffentlich ist hier die Steuerung bei Bedarf noch möglich?

Hoffentlich ist hier die Steuerung bei Bedarf noch möglich?

Denn es muss erstmal das Bewusstsein vorhanden sein, dass es eine Herausforderung gibt. Das ist insbesondere bei den Entscheidern der ersten und zweiten Ebene meist ein “dickes Brett”, denn hier klafft häufig eine massive Lücke zur Lebenswelt von Otto-Normal-Bürger. Der Weg nach “Neuland” ist weit …

Dieses ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung, dass vielen Führungskräfte nach einem 10-12-14 Stunden Arbeitstag keinen Spaß daran haben, sich in ihrer wohlverdienten Freizeit – wenn es nicht ihrem Naturell resp. ihren Interessen entspricht – mit Rechner, Tablets, Smartphones beschäftigen, dann ist das zu respektieren. Risiko ist dann, dass Entscheidungen aus einer “überholten” Perspektive getroffen werden.

Wenn die Entscheidung getroffen ist, dann geht die Arbeit richtig los. Denn wer es richtig machen will, der muss an viele Dinge sehr grundlegend ran, denn die Verzahnung der Kanäle macht meist noch viel mehr Mühe, als einzelne Kanäle und Datenbestände rasch nebeneinander zu implementieren. Doch das ist nur die Digitalisierung “light”, denn das Erleben liegt beim Lieferanten bzw. Kunden. Und dieser will, dass das Unternehmen ihn zu allen Themen auf allen Kanälen zur Gänze erkennt und gleich gut behandelt. Der Kunde hat (meist) keine multiple Persönlichkeit, sondern möchte nur sein Anliegen komfortabel und vor allem erfolgreich abgewickelt haben.

Digitalisierung kann Spaß machen

Digitalisierung beginnt im Kopf. Und der Kopf nimmt Dinge besser an, wenn er spielerisch damit umgehen kann. Kein Wunder also, dass das iPhone so einen großen Erfolg hatte. Die Nutzer mussten sich nicht kümmern und alles funktionierte auf Knopfdruck. Dieses Konzept wurde von Android erfolgreich kopiert und – etwas flexibilisiert – weiterentwickelt. Dabei spielt das Format dann auch keine Rolle. Egal ob Smartphone, Phablet oder Tablet es ist der Komfort der Nutzung, der zählt.

Wer also digital “wach geküsst” werden möchte, der sollte sich so ein >Spielgerät< besorgen und schauen, was man alles damit machen kann. Über Freunde, die schon aktiv sind und vielleicht über ein ähnliches Interessenportfolio haben, sollte man sich heiße Tipps besorgen und gucken, wie es denn so läuft. Wenn der Shift im Kopf erstmal da ist, dann wird die Weichenstellung in Richtung Digitalisierung fast zur eigenen Challenge. Und wenn man schon ran muss, dann doch lieber mit Freude … als ein wenig später aus der Not heraus!

Denn eines muss klar sein:

An Digitalisierung führt kein Weg vorbei