Google Glass – es fehlen (nur) noch die Apps

Mein persönliches Erlebnis

Vor ein paar Tagen ging für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Stefan Keuchel (@frischkopp) hatte mich eingeladen in die hamburger Büros von Google um mir eines der wenigen Exemplare der Google Glass zu zeigen, welches aktuell bereits Deutschland erreicht hat. Aber ich durfte die Glass nicht nur auf einem Kissen (bzw. auf Stefans Nase) betrachten, sondern dann auch auf die eigene setzen.

Eingangstür zum Google Sitz in Hamburg

Eingangstür zum Google Sitz in Hamburg

Zuerst bekam ich eine kleine Einführung von meinem Google Glass Fahrlehrer in die Handhabung des neuen Device. Anmerkung: An die Bedienung muss man sich schon ein wenig gewöhnen. Da das Gerät mit Stefan Keuchels Accounts verbunden war, bin ich sehr froh, mit meiner fehlenden Google Glass Erfahrung nicht irgendwelchen Blödsinn in den Äther gepustet zu haben. Aber nach einer Weile kommt man schon dahinter, wie die Menue-Führung aufgebaut ist und die Bedienung funktioniert. Und langsam beginnt es Spaß zu machen, … leider musste ich dann das Gerät der Begierde wieder abgeben. Seufz!

Mit der neuen Bedienung ist es ja auch nur eine Frage der Gewöhnung. An das iPhone bzw. ein anderes Smartphone haben wir uns ja auch gewöhnt. Und jetzt geht es ganz automatisch und wir brauchen nicht mehr jede Fingerbewegung vorher planen, um den Zugang zu den Möglichkeiten unseres Endgerätes zu erlangen. Ob die Navigation am Brillenbügel etc. nun anders, vielleicht sogar hinderlich ist. Oder ob der Zugang als “natürlicher” bzw leichter empfunden wird im Vergleich zu einem Smartphone in der Hand, werden die User dann im Langzeittest bewerten müssen.

Insgesamt wird Google Glass gesteuert mit Stimmbefehlen, über das Touchpad auf dem Brillenbügel und auch mit Kopfbewegungen, mit denen man über Internet-Seiten scrollen kann. Da muss man sich schon merken, was wann wie zu bedienen ist. Aber das wird schon!

Google Glass ist nicht Augmented Reality

Unter AR versteht man eine erweiterte Realität. Das würde aus meiner Sicht eine “Vollbrille” erwarten lassen, die auf dem gesamten Sichtfeld Zusatzinhalte zur Wirklichkeit anbieten würde. Zwar lies das erste YouTube Video zu Google Glass eine solche Möglichkeit erwarten. Aber DAS ist Google Glass in der Version, die ich testen durfte, nicht. Die Anwendungen werden nur rechts oben – also außerhalb des “Kern-Gesichtsfeldes” – zugespielt und man muss aktiv dort hinschauen. Es hat mich nicht im Mindesten gestört. Ja, es war auf der anderen Seite gut einsehbar und unanstregend nutzbar.

Noch ist das Glas(s) halbleer

Zum Start hat die Google Brille – wen sollte es überraschen – eine Suchfunktion. Einen Zugriff auf Kalender und die persönlichen Mail-Adressen und bietet eine Navigation-Funktion. Man kann Fotos und Videos aufnehmen. Der Zugriff auf das Internet ist ebenfalls Kernbestandteil. Vielleicht habe ich noch die eine oder andere Kleinigkeit vergessen, doch bisher ist Google Glass “Basic”. Wie ein Smartphone ohne jedwede Apps und eben nur mit diesen wenigen Funktionen. Ein nettes Gadget aber auch nicht mehr.

Doch mit den ganzen Apps wird aus einem Basis-Device eine Wundertüte. Und hier bin ich sehr gespannt, was die Entwickler-Kreativität in den nächsten Monaten an tollen Einsatzmöglichkeiten für Google Glass hervor bringen wird. Sehen wir allen Google Glass Präsentationen bis zum Start in 2014 mit Neugier entgegen.

Meine Erwartungen an Google Glass sind groß

Ich finde die “teilweise” handsfree Bedienung sehr gut und sehe da auch einen echten Vorteil zum Smartphone. Letzteres wird aber als Hardware Schwergewicht für einige Anwendungen auf der Google Glass seine Berechtigung behalten. Bei Wearables ist die Tragbarkeit – ohne die Hände – natürlich eine Grundeigenschaft, aber die Frage ist doch: Wie integriert mal das tragbare Schlaudevice so in den Nutzer-Alltag, dass es uns den größten Nutzen bringen kann.

Daher bin ich gespannt, ob es den Entwicklern gelingen wird, eine gewissen Leichtigkeit bzw. einen natürlichen Bedienungsablauf zu erzeugen, der es dem User einfach macht die Nutzung im Alltag zu integrieren. Und es braucht sicherlich mehr als einen weiteren Zugang zu Mail und Kalender, um so einen echten Sprung zum klassischen Smartphone zu erreichen.

Fazit: Ja, ich will!

Auch nach meinem Kurztest, steht für mich fest: Ich glaube an die Grundidee der Google Glass! Und ich hoffe, dass sowohl Google wie auch die App Entwickler ihren Job gut machen und ein grandioses Tool 2014 in den Handel kommt.

Der Echttest mit dem neuen Wearable Device von Google.

Der Echttest mit dem neuen Wearable Device von Google.

Danke Stefan!