Lange Leitung?

Es muss ja alles seine Ordnung haben

Regelungen sind gut. Für alles, wo mehr als eine paar Personen zusammenkommen, muss es Prozesse geben, die das Wer-Wann-Wie regeln. Viele Handwerksbetriebe sowie kleine und mittlere Unternehmen haben Ihren Betrieb sicher und zuverlässig geregelt. Arbeitsanweisungen geben die Richtlinien vor, wie die Mitarbeiter sich zu verhalten haben und wie die hierarchischen Entscheidungswege einzuhalten sind.

Das hat bisher gut funktioniert. Auch im Bereich der Kommunikation (nach innen wie nach außen) passten die Regelungen und konnten auch in Zeiten erhöhter Belastung den sicheren Betrieb aufrecht erhalten. Doch in den letzten Jahren hat sich durch das Internet und insbesondere durch Social Media einiges geändert. Und nun häufen sich die “Einzelfälle”, “Missverständnisse” und “Alleingänge”…

Da stellt sich die Frage:

Passen die Prozesse (noch)

Irgendwie scheinen die mehrstufigen Entscheidungsprozesse der Vergangenheit nicht so ganz in die Gegenwart zu passen. Das hat mehrere Ursachen. Und die gravierendste Ursache sind wohl die “langen Leitungen” …

Handhabbar oder Gefahr von Verknotung?

Handhabbar oder Gefahr von Verknotung?

Aber es sind noch mehr. Hier die Übersicht der – aus meiner Sicht – deutlichsten Hemmnisse den Anforderungen des #Neulands nachhaltig und korrekt zu begegnen:

  • Alle Prozesse haben letztendlich eine lange Leitung
  • Die Entscheider verstehen Neuland nicht
  • Neben der Presseabteilung sind auch andere Mitarbeiter in Social Media vertreten und aktiv
  • Die Kommunikation versteht die neuen Spielregeln nicht
  • Es werden mehr Dinge geteilt, geleakt … sprich: Sichtbar!

Das ist nicht nur eine Kleinigkeit, sondern es ist eine ganze Gruppe von neuen Eckdaten, die in der Summe neue Rahmenbedingungen bedeuten. Sprich: neue Spielregeln. Wer jetzt meint Business – und Prozesse – as usual praktizieren zu können, der irrt. Das kann Nachlässigkeit oder auch Unkenntnis sein. Doch eigentlich ist es Leichtsinn.

Die Chance nutzen

Wer sich den Realitäten der neuen Welten nicht verschließt, der sollte aktiv werden und schauen, wie er die Strukturen und Entscheidungswege in seinem Unternehmen verändern kann (und muss). Doch vor alles ist es in die Dezentralisierung der Außenwirkung. Und hier sollten nicht schnöde nur neue Verbote und Anweisungen erlassen werden. Nein, wirklich gute Unternehmen investieren in die Medienkompetenz der eigenen Mitarbeiter und nutzen sie als Markenbotschafter.

Wer in der Informationswelt der Zukunft bestehen will, der nutzt jeden Kommunikator, der sich zu ihm bekennt. Und manche Chefs würden sich  wundern, welche großen Influencer, begeisterte Markenbotschafter oder einfach nur Menschen mit einer kompetenten Ausstrahlung (und teilweise auch großen Zuhörer/-schauerschaft) in ihren Reihen schlummern bzw ungesehen von der eigenen Führung bereits aktiv sind. Hier liegen die Energien und Kompetenzen für Erfolg in der neuen Welt.

Nutzt die neuen Anforderungen, neue Strukturen und Prozesse zu schaffen.