Manieren haben und Grenzen erkennen

Allgemeine Verhaltensregeln notwendig?

Genauer betrachtet ist Social Media Fluch und Segen zugleich. Hier geht es aber nicht um Nutzen oder ROI Betrachtungen, sondern um das Thema:

  • Social Media bringt das Beste in den Menschen zum Vorschein.

und

  • Social Media holt aber auch das … naja, Verbesserungswürdige im Menschen an`s Tageslicht

Als Basis Leitsatz in Social Media gilt aus meiner Ansicht nach immer noch der Satz: “Poste nur, was Du Deiner Mama auch zeigen würdest!” Dieses meint natürlich weniger die persönliche Kontrollinstanz durch den aktuellen oder ehemaligen Erziehungsberechtigten, sondern vielmehr eine innere Haltung. Das Thema bezieht sich eher auf ein menschliches Miteinander. Heißt ja auch Soziale Netzwerke, da sollte dann auch eine gewisse soziale Komponente nicht fehlen. Doch ist dem so?

Social Media ist ein klein wenig STAR TREK

Als jemand, der mit Raumschiff Enterprise aufgewachsen ist, finde ich den Ansatz des gemeinsam Mehr-Werdens in Social Media sehr gut verwirklicht. Wer eine gute Community hat, der kann mit diesem “Gibst Du mir, gebe ich dir” sehr gut arbeiten. Mit dem Hashtag #FollowerPower werden sich bei Fragen sicherlich Menschen melden, welche die gesuchte oder eine ähnliche Lösung liefern. Ich finde des Klasse! Dazu muss man von seiner Community natürlich auch als “Mehrwertig” wahrgenommen werden. Einfach nur als bewegungsloses Orakel im Strom zu hocken, reicht dann sicherlich (für die meisten Menschen) nicht, sondern man muss auch mal etwas geben.

Auf-den-Fuß-treten ist nicht lustig

Dass man Manieren und allgemeine Umgangsformen (auch in Social Media!) beherzigen sollte, ist zwar ein Allgemeinplätzchen. Und dennoch scheint dieses manchen Menschen abzugehen. Fast wie Klingonen vor dem Beitritt zur Föderation gebärden sich manche Zeitgenossen in Kommentaren oder als ReTweets wie die Axt im Walde. Es mag ja dem derzeitigen TV Trend mitgeschuldet zu sein, dass Beleidigungen, Runter-machen und anderes “Abwatschen” als unterhaltend und lustig bewertet wird. Doch meine Meinung ist das nicht!

Kommentare sind hilfreich. Doch manchmal schlagen sie über die Grenze.

Kommentare sind hilfreich. Doch manchmal schlagen sie über die Grenze.

Kritik ist ja per se nicht schlecht. Und über gute Punkte sollte sich jeder freuen. Davon können alle nur besser werden, zumal niemand die Weisheit für sich allein gepachtet hat. Und sich dabei auf Augenhöhe zu begegnen sollte beiden dann was bringen. Doch manche Personen kommentieren beleidigend und angreifend, dass man manchmal mit den Ohren schlackert. Da wird gepiekst, so tief es nur geht, um den anderen herauszufordern oder anzustacheln. Es würde mich bei einigen Kommentaren sehr wundern, wenn Sie diese Texte auch ihrer Mama zeigen würden. … bzw. wenn dem so wäre, würde ich die Sozialisation doch … äh … extrem gewöhnungsbedürftig finden. Immerhin darf es schon als “Offenheit” bewertet werden, wenn solche Kommentare mit dem echten Namen und Foto abgesetzt werden. Auch wenn mir im Sinne eines “Personal Brandings” da kalte Schauer den Rücken runter laufen. Dieses hingegen als ein Pseudonym zu tun, finde ich einfach nur feige!

Sei die Eiche!

Wenn man empathisch ist – und ich halte dieses in Social Media für wirklich sinnvoll – dann muss man aufpassen, dass einem ein sehr pieksiger Angang nicht zu einer emotionellen Reaktion verführt, dem sich dann ggfs. eine Spirale der Wut anschließt. Also wer negativ berührt (und geladen) ist, besser:

  • einmal tief durchatmen,
  • bis zehn zählen
  • oder einmal um den Block laufen.

Auf Kritikpunkte, die durchaus berechtigt sind, kann man auch bei einer über-pointierten Ansprache positiv und sachlich reagieren. Vielleicht bekommt man den Gegenüber wieder auf eine gemeinsame Basis für eine fachliche Diskussion. Das wäre doch schön. Wenn man keinen Ansatz findet, mit der Negativität umzugehen, dann einfach ignorieren. Heute heißt es: “Do not feed the Troll!”, aus meiner Kindheit kenne ich den Satz, den man sowohl als Unternehmen wie als als Einzelpersonen beherzigen sollte:

Was kümmert es eine Eiche, wenn sich eine Wildsau an ihr reibt!

 

Mein Beitrag stammt zwar schon aus 2014, passt aber gut in die Blog-Parade zu #Kritikprofis vom PR-Doktor. Den Aufruf findet Ihr hier: (http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2015/11/20/blogparade-kritikprofis/) verlinkt.