Maschine beherrschbar?

Es braucht Menschen, die sie bedienen können

Wenn es um die Nutzung von Social Media geht, kommt leider in vielen Führungsetagen wohl immer noch das Bild an Smartphones herumspielender Kinder in den Kopf. Kein Wunder, dass dann der Blick auch mal Richtung Praktikanten geht. Aber dieses Bild ist trügerisch und es ist fatal, wenn dieses im Jahr 2014 immer noch nicht diese Spezialdisziplin ihren Stellenwert in der Kommunikation bekommt, denn die Anforderungen sind hoch.

Zu der Kapazitäten Frage bleibt festzuhalten, dass es am Ende des Tages auch “Köpfe” an sich geben muss, die das Thema be- bzw. abarbeiten. Aber der reine Head-Count soll hier nicht das Thema sein, sondern das was in diesen vorhanden sein sollte.

Kann Social Media wirklich “Jeder” bedienen?

Meine ganz klare Antwort ist NEIN. Social Media ist nicht nur sehr komplex, sondern es ist auch aus mehreren Gründen eine anspruchsvolle Maschine resp. Materie. Hier braucht es Spezialisten diese zu bedienen. Nicht mehr und nicht weniger.

Zu wissen, wie die Maschine angeht, läuft und lenkbar ist, gehört zum Geschäft.

Zu wissen, wie die Maschine angeht, läuft und lenkbar ist, gehört zum Geschäft.

Die Besonderheiten von Social Media lassen sich kurz auf folgende Punkte bringen:

  • Plattform Kenntnisse
    • Rahmenbedingungen / Spielregeln
    • Funktionen der jeweiligen Plattformen
    • Werbemöglichkeiten auf den Plattformen
  • Juristische Kenntnisse
    • Impressum-Regeln
    • Urheberrecht
    • Persönlichkeitsrecht
    • Wettbewerbsrecht
  • Allgemeine Internet-Kenntnisse
    • Link-Building
    • Suchmaschinen-Optimierung
  • Allgemeine Social Media Kenntnis
    • Marktdaten zu den Social Media Plattformen
    • Trenddaten der Entwicklung im Umfeld
    • Social Media Monitoring
    • Analytik und ROI-Berechnungen
  • Kommunikationsfähigkeiten
    • Dialogkommunikation
    • Krisenkommunikation
  • Soft-Skills
    • Empathie
    • Autorität
  • Und ganz viel mehr

Wer jetzt wirklich glaubt, dass diese – in dieser Kombination bisher nicht vorhandenen – Kompetenzen in einer nicht spezifisch aus- resp- vorgebildete Person zu finden sind, die das dann mal eben zwischendrin erledigt, dem kann man für sein tollkühnes Unterfangen nur noch zurufen: Viel Glück! Denn DAS wird er brauchen.

Und das alles in einem sich schnell drehenden Karussell

Die besondere Herausforderung bei den ganzen Kompetenzen ist, dass sie eine erschreckend niedrige Halbwertszeit haben und somit der ständigen Auffrischung bzw Aktualisierung bedürfen. Ursache hierfür sind mehrere Faktoren, die somit erschwerend hinzukommen:

  • Sehr schnelle Veränderung der Plattformen
  • Verhaltensänderungen von Kunden binnen weniger Jahre
  • Kaum gesetzliche Regelungen bzw. höchstrichterliche Entscheidungen
  • Sehr schnelle Weiterentwicklung der Endgeräte mit denen die Plattformen genutzt werden

Und wem jetzt noch nicht die Augen rollen, dem sei gesagt, dass es wenige Player am Markt gibt, die diese Klaviatur perfekt bedienen.

Aber manchmal reicht halt auch langsames Tuckern über den Acker