Messung muss sein im Digitalen

Wo laufen sie denn?

Wer digital unterwegs ist, der sollte wissen, was sich so um ihn herum so tut. Bzw. es sollte ganz dringend gemessen werden, ob das Ziel erreicht wird, welches mal mit dem Start im Internet erreicht werden sollte. Wer nur da ist, um da zu sein, fliegt de facto blind. Das hat etwas von den Internet-Anfängen, müsste heute aber eigentlich längst überwunden sein. Eigentlich …

Zwar findet auch ein blindes Huhn mal ein valides Körnchen, doch im Großen und Ganzen ist dieses dann wirklich “purer Zufall”!

Ja wo laufen sie denn ... oder wo sind sie denn hingelaufen?

Ja wo laufen sie denn … oder wo sind sie denn hingelaufen?

Welche Messgrößen den bitte?

Der Nachteil des digitalen Mediums ist: Alles ist messbar, da es entweder ein “Ja” oder ein “Nein” ist bzw den Wert von “Null” oder von “Eins” hat. Aber wenn es die Wahl des Nix-messen gibt, dann auch das pure Gegenteil. So sehen manche Reports aus, als wenn sich Graf Zahl an den schieren Möglichkeiten erfreut. Wer solche Reports dann auch noch Führungskräften o.a. präsentiert, der kann fatale Folgen erzielen:

  • Adressaten sind paralysiert
    • weil sie die Werte einfach nicht verstehen
    • weil sie endlos diskutieren, welche Werte wichtig sind
  • Entscheider treffen die falschen Entscheidungen
    • weil sie die Werte fehlerhaft interpretieren
    • weil sie die Werte falschen Ursachen zusortieren
    • weil sie die Werte mit “bekannten Größen” aus der offline Welt vergleichen … was nicht passt.

Hier muss dringend aufgeräumt werden. Dazu sollte als erstes auf den Schritt “Zielfindung” zurückgesprungen werden:

  • Was ist das Ziel der Maßnahmen?
  • Warum bin ich im Internet?
  • Was will ich in Social Media* eigentlich erreichen?

(*Lustiger Weise bzw. eher dramatischer Weise findet sich das “Drin um drin zu sein” sowie der “Die anderen sind es ja auch” Reflex, wie beim Internet zur Jahrtausendwende wieder.)

Bitte erst das Ziel und dann die passende Zielgröße(n) auswählen. Das spart Kraft und macht den Report eine ganze Latte kleiner. Das in der operativen Arbeit ggfs. weitere Messgrößen benötigt werden, um die zur Zielerreichung notwendigen Maßnahmen zu justieren, ist dann kein Beinbruch und sollte keine Verwirrung mehr stiften.

Fazit

Beim Messen im Internet ist nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel bestimmt die Überwachung der Fortschritte auf dem Weg dahin.  Analytik ist kein Selbstzweck, auch wenn sich die schiere Masse der Möglichkeiten manchmal dazu verleiten mag.

Darum: Wähle die Messgrößen weise – aber wähle!