Schon angekommen?

Wo liegt denn eigentlich Neuland?

Zugegeben sind viele in Deutschland ja bekanntlich noch nicht angekommen in diesem #Neuland. Doch manchmal ist wohl vorher schon die Frage zu stellen, wo es denn liegt – dieses Neuland. Diese Frage wird nachfolgend eine Suche werden, die uns Stück für Stück ans Ziel führt.

Also wo isses denn?

Zwar mal es Neuland als Wohngebiet geben, doch die Bezeichnung meint wohl weniger die Siedlung neben an. Auch wenn da die netten Nachbarn wohnen oder die Kinder immer so niedlich im Garten spielen. Also wo?

Das Internet ist überall und wird viele Prozesse und Geschäftsmodelle verändern. Vorbereitet?

Das Internet ist überall und wird viele Prozesse und Geschäftsmodelle verändern. Vorbereitet?

Digitalisierung hat etwas mit Strom zu tun

Digital, also das Spiel mit den Nullen und Einsen, ist unzweifelhaft ein Domäne von Computern und Programmen, von Software und Hardware. Doch hört es damit auf? Nein, die meisten Betriebe und Behörden in Deutschland verfügen über PCs. Auch zuhause hat der Rechner in den meisten Haushalten Einzug gehalten. Und natürlich bedienen Menschen diese Endgeräte. Doch bedeutet dieses, dass Deutschland voll digitalisiert ist?

Nein. Was dann?

Digitalisierung hat etwas mit Geräten zu tun

Vor einigen Jahren gehörte der PC zur digitalen Wirtschaft und auch heute findet er noch eine weite Verbreitung in Büros von Unternehmen und Behörden. Die Technik ist laufend aktualisiert worden und regelmäßige Updates an Software sind Standard. Meist gehen die Unternehmen hier auch in regelmäßigen Zyklen vor, um technologisch nicht den Anschluss zu verpassen. Manchmal gibt es noch Schulungen für Mitarbeiter. Aber häufig wird davon ausgegangen, dass der geneigte Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin:

  • die Software ohnehin (in einer meist moderneren Version) zuhause nutzt,
  • sich die Kenntnisse eigenständig beibringt,
  • oder “sich da schon durch irgendwie durchklickt”.

Doch die Umdrehungen sind in den letzten Jahren noch ein bis zwei Stufen schneller geworden. Seit dem Start von iPhone (2007) und iPad (2010) von Apple und der Einführung des Android (2008) Betriebssystems auf den Endgeräten mehrerer anderer Smartphone Hersteller ist der PC quasi vom Schreibtisch in die Hosentasche gesprungen bzw. zum alltäglichen Begleiter von jedem. Also ist die Rechenmaschine jetzt überall. Die kleinen Programme erleichtern den Alltag und bringen Mehrwert in unser Leben … ohne dass wir 100 verschiedene Geräte mit uns schleppen müssen bzw. überhaupt dazu eine Chance hatten die Dinge von unterwegs zu nutzen. Doch bedeutet dieses, dass Deutschland digital geworden ist?

Nein. Was dann?

Digitalisierung hat etwas mit Internet zu tun

Wenn es nicht der Rechner und die Programme sind, dann ist es wahrscheinlich deren Vernetzung. Ja, ist unzweifelhaft richtig. Das Internet vernetzt die Menschen miteinander und gibt zahlreiche neue Chancen auf Zusammenarbeit (z.B. Yammer u.a. Collaborations-Plattformen), ermöglicht eine höhere Schnelligkeit (z.B. eMail statt Post) und kann die Basis sein, Hindernisse (z. B. Hierarchie-Stufen) zu überwinden. Aber reicht das schon?

Nein. Was dann?

Digitalisierung hat etwas mit Mediennutzung zu tun

Das Internet und auch die neuen mobilen Endgeräte bieten einen immer umfangreicheren Zugang zu Inhalten. Was ehemals auf Papier, Diskette oder DVD war, findet nun zu einem steigenden Teil direkt im online Abruf statt. Die User lieben den einfachen Zugang und den meist deutlich günstigeren Preis zu den Inhalten. Auch bleibt festzustellen, dass es dem profanen Medienkonsumenten offenkundig reicht, wenn er kurz&knapp mit den Infos versorgt wird. Ein Bild, und ein paar Zeilen Text und Punkt. Offenkundig finden sich immer weniger Menschen, die für umfangreiche und bis ins letzte Komma recherchierte Sachverhalte die Geduld haben. Das mag man beklagen, aber die Menschen sind so.

Und dabei ist festzustellen, dass die User tatsächlich vertraute Anbieter einfach kommentarlos zurücklassen, wenn diese kein adäquates Angebot für die digitalen Medien bieten. Da mag man laut jammern, wenn man von seinen treu(los)en Kunden so schmählich verlassen wurde. Aber es hilft nur eines: Hinterher!

Spannend ist, dass hier die Unternehmen und Behörden hinter dem immer schnelleren Medienwandel eines rasch wachsenden Teils der Bevölkerung nicht mehr hinterher kommen. Die Anforderungen an die neuen Medien und die für diese aufbereitete Inhalte steigen rasant, was zu erheblichen Investitions- und laufenden Kosten führt. Auch wird bspw. die Lücke zwischen Media Nutzung der Kunden und der Verteilung von Werbeausgaben werden immer größer. Offenkundig fällt das Abschneiden alter Zöpfe schwerer, als sich mit voller Kraft dem Neuen zu widmen.

Doch selbst Unternehmen, die hier vorne sind, haben mit der Digitalisierung manchmal Schwierigkeiten. Reicht denn das Investment alleine nicht?

Nein. Was dann?

Digitalisierung hat etwas mit Prozessen zu tun

Die Chancen, welche das Internet unzweifelhaft bietet, werden nicht von allen Beteiligten genutzt. Selbst wenn neue Medien in das Portfolio aufgenommen werden, werden dann wieder alte Prozesse beibehalten – weil das ja schon immer so war. Doch überraschend ist: Die neuen Medien bringen eigene Gepflogenheiten und Erwartungen mit und diese wollen dann teilweise einfach nicht an die Alte Welt andocken.

Einige Unternehmen und Behörden schaffen es heute – im Jahr 2014 – noch nicht binnen des folgenden Werktags auf E-Mails zu reagieren. Dieses bereits 1984 zum ersten mal in Deutschland genutzte Nachrichtensystem ist somit scheinbar auch 30 Jahre später immer noch nicht angekommen. Doch urplötzlich fordert Social Media via Facebook und Co. kürzere Reaktionszeiten. Nicht mehr  24plus sondern 5 Stunden und weniger. Das scheint sicherlich manchen Verantwortlichen heute wie Science Fiction, obwohl bspw. über 27 Mio. Kunden bei Facebook sind.

Hier sind die Prozesse so anzupassen, damit auf diesen Bedarf auch reagiert werden kann. Ggfs. müssen neue Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen werden. Das braucht schon Mut, aber es ist machbar und zahlt wahrscheinlich sogar auf anderen Themen ein. denn wer eine Anfrage auf Twitter binnen 2 Stunden beantworten kann, der sollte auch bei E-Mail einen “fixen” Standard etablieren können. Vielleicht sogar die Kunden überraschen. Aber reicht das schon?

Nein. Was dann?

Digitalisierung beginnt in den Köpfen!

Es sind immer wieder die Argumente zu hören:

  • “Aber ich nutze das Internet nicht”
  • “Mein altes Handy reicht mir”
  • “Das ist ja alles nur Spielkram”

Und hier eben beginnt die Hürde. Wer es erleben will, sollte es auch mal besuchen, das neue Land. Und vielleicht sogar etwas Zeit dort verbringen. Mal in Twitter reinschauen und erstmal einen paar Nachrichten Kanälen folgen und auch einigen Influenzern zuhören. Entsprechende Liste der Top-Leute für bestimmte Themen lassen sich problemlos bei Google (oder einer anderen Suchmaschine) finden. Vielleicht kann man sich auch mal bedanken für einen tollen Beitrag, den jemand hinterlassen hat. Oder diesen Freunden weiterleiten.

Und bitte ein schlaues Endgerät kaufen. Es ist dann auch egal, ob iOS oder Android. Der Spaß macht die Musik. Mal in den Applikations Shops schauen, was einen interessieren könnte. Da ist so viel drin, da sollte etwas für jeden dabei sein. Und dann einfach mal ein paar Wochen damit “spielen” … dann kommt das Nützliche manchmal von ganz allein.

Also leben wir den Wandel und haben Spaß dabei