Vorsicht vor Überraschungen

Immer mit wachem Auge

Im Alltag vergisst man manchmal nach rechts und links zu schauen. Jedem Spezialisten ist es sicherlich schon passiert, dass er oder sie – durch grenzenloses Vertrauen auf das eigene Know how und eigenen Fähigkeiten – Dinge übersieht, die sich in zweiter Linie als durchaus gravierend herausgestellt haben. Das müssen im Endergebnis nicht einmal letale Sachverhalte sein. Viele Kleinigkeiten können ausgesprochen nervig in ihrer Bewältigung sein. Und es ist möglich, dass eigene Aktionen oder ein angepeiltes Arbeitsergebnis in der Bewertung nicht mehr so glänzend erscheint, wie es möglich gewesen wäre.

Doch wie kann ich das vermeiden?

Prüfen sie die Rahmenbedingungen, bevor sie eine Überraschung erleben.

Prüfen sie die Rahmenbedingungen, bevor sie eine Überraschung erleben.

Woran kann ich solche Situationen erkennen? Es ist nicht immer einfach. Aber mit etwas Erfahrung und vorhandenem Know lässt sich der wache Blick schärfen. Überaus hilfreich ist es, sich in die Lage der Beteiligten und Betroffen zu versetzen. Diese Stakeholder gucken aus einer anderen Perspektive als man selbst. Dieses kann manchmal sehr befremdlich erscheinen.

Über die Rolle von Empathie habe ich anderer Stelle schon geschrieben. In diesem Artikel geht es mir nicht um das (Mit-)Gefühl. Es ist erforderlich, das Umfeld eigenen Agierens im Blick zu haben und die verschiedenen Motive der verschiedenen Parteien zu beachten.

Was passiert dann?

Niemand kann sich im Wirtschaftsleben (und auch sonst so) bewegen, ohne andere zu berühren oder zu beeinflussen. Und Aktionen führen in vielen Fällen zu Reaktionen. Und diese können in Zeiten von Social Media schnell und teilweise schmerzlich erfolgen. Zwar ist z.B. bei Facebook die Sichtbarkeit solcher Einträge seit einiger Zeit zurückgenommen. Doch über Social Media ist es auf den vielen unterschiedlichen Plattformen und mit ihren verschiedenen Funktionen sehr leicht möglich, seine Hinweise oder Beschwerden an den Adressaten zu bringen. Auch die Sammlung von Betroffenen ist für engagierte Einzelfälle beinahe ein Kinderspiel. Letzteres kann für Unternehmen schon peinlich werden – wenn aus einem erst einige, dann viele werden. Erst recht, wenn diese dann das gleiche Motiv treibt.

Daher sollte lieber im Vorfeld geprüft werden, wo die Stolpersteine liegen und was die wesentlichen Beteiligten sind. Dieses muss nach innen erfolgen, um sich der eigenen Ausgangssituation zu vergewissern. Nach außen kann z.B. über ein umfangreiches (und am besten laufendes) Social Media Monitoring die “Stimmungslage” gecheckt werden. Mit all den zusammengetragen Daten bietet sich schließlich ein ganzheitliches Lagebild, auf dem fundierte Entscheidungen getroffen werden können.

Das ein fairer Umgang miteinander selbstverständlich ist, müsste eigentlich nicht hervorgehoben werden. Im Alltag ist es jedoch kaum vermeidbar, dass Dinge auch mal daneben gehen. Da sollte ein konsequentes Beschwerde- und in zweiter Linie ein Krisenmanagement die Situation klären. Aber auch wenn sich die direkten “Flecken” beseitigen lassen. Längere Einwirkung oder häufiger Treffer werden mittel- bis langfristig den Lack beschädigen.

Sauber sein und bleiben – dann klappt es auch mit der Reputation.